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Oberbergische Gesellschaft CJZ e.V.

Oberbergische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.
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Die Oberbergische Gesellschaft ist Mitglied im Deutschen Koordinierungsrat e.V.
der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Ein steiniger Weg: Das evangelisch-jüdische Verhältnis nach der Shoa

Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Hermle, Köln

18. April 2018


Raum L&C, Halle 32 - 19.30 Uhr,
Steinmüller-Allee 10, Gummersbach


Für die evangelische Kirche war es ein steiniger Weg, ihre Mitschuld an der Shoa zu erkennen und entsprechende Folgerungen zu ziehen. In der Stuttgarter Schulderklärung von 1945 war der Mord am europäischen Judentum nicht erwähnt, und eine Erklärung des Bruderrates der EKD von 1948 bediente sich ganz der traditionellen Sicht Israel und stellte die vorgebliche Verwerfung der Juden heraus. Erst 1950 änderte sich durch eine Erklärung der Synode der EKD der Ton, indem die Fortdauer der Erwählung Israel betont wurde; diese neue Sichtweise wurde von der 1961 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christen und Juden auf den Kirchentagen aufgenommen und im Dialog mit Jüdinnen und Juden weiter vertieft.

Kirchenamtlich sollte es noch bis 1965 dauern, ehe die Landessynode der Rheinischen Kirche an die EKD die Forderung richtete, das christlich-jüdische Verhältnis gründlich aufzuarbeiten. Die eingesetzte Studiengruppe legte zehn Jahre später, 1975, die Ergebnisse ihrer Arbeit vor und ebnete damit nicht nur den Weg für die 1980 von der Rheinischen Kirche beschlossene wegweisende Handreichung "Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden", sondern motivierte auch andere Landeskirchen, sich diesem Thema zu stellen.

Zur Biographie von Prof. Dr. Siegfried Hermle: geb. 1955 in Ludwigsburg, Theologiestudium als Stipendiat des Evang. Stifts in Tübingen und München. 1981 Vikariat in Blaubeuren, 1984 Repetent am Evang. Stift, 1988 Assistent am Lehrstuhl für Kirchenordnung (Prof. Dr. Joachim Mehlhausen) an der Evang.-theol. Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 1994 Pfarrer der Matthäusgemeinde Gerlingen. 1988 Promotion mit einer Arbeit über das Verhältnis von Kirche und Judentum nach 1945 an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg. Seit 2001 Prof. für Evang. Theologie und ihre Didaktik / Historische Theologie an der Universität zu Köln.